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Kunsthandwerk und Entwicklung

Das entwicklungspolitische Potential des Kunsthandwerks

Unter internationalen Organisationen wie der UNESCO und der UNCTAD besteht Einigkeit, dass die Vielfalt und der Reichtum an künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten in den Entwicklungsländern viele Möglichkeiten bieten, zur nachhaltigen Entwicklung und zur Besserung der Lebensumstände beizutragen.

Der Kunsthandwerkssektor öffnet die Tür zur Marktwirtschaft für breite Teile der Bevölkerung ressourcenarmer Regionen. Sein Potential für Entwicklung wird vor allem darin gesehen, dass kleinere und mittlere Unternehmen besonders begünstigt werden. Wegen der Möglichkeiten, die das Kunsthandwerk vor allem für benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie Frauen oder Menschen in ländlichen Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit bietet, aber auch für AIDS-Kranke oder indigene Gruppen, wird es von internationalen Organisationen wie der UNCTAD als ein wichtiger Sektor für die Entwicklungszusammenarbeit angesehen:

Handicraft and cottage-industry enterprises in particular foster development in rural areas, and where they have been export-oriented have been major sources of income and a spur to modernisation
(International Trade Center UNCTAD /GATT).

Kulturelles Wissen über Handwerkstechniken, Materialien und regionale Ästhetik ist in den meisten Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas in großer Vielfalt und Dichte vorhanden. Eine Besonderheit des Kunsthandwerks gegenüber anderen Produkten ist, dass auf der Mikroebene allein dieses kulturelle Wissen - lokale Kunstfertigkeiten und handwerkliche Kenntnisse – im Rahmen der Produktion in Wert gesetzt werden kann, ohne dass eine Ausbildung auf dem ersten Bildungsweg zwingend erforderlich ist. Gleichzeitig kann die Mitarbeit in einer Kooperative oder einem Projekt den Zugang zu neuen Bildungswegen öffnen. Die Beschäftigung im Kunsthandwerkssektor bietet darüber hinaus wichtige Flexibilitäten wie die Möglichkeit der gleichzeitigen Kinderbetreuung und der Hauswirtschaft in ländlichen Regionen oder der gleichzeitigen landwirtschaftlichen Produktion zur Ernährungssicherheit.

Bambisanani Art and Craft from Drakensberg Mountain area in KwaZulu Natal. Zimile Khumalo (beadwork)
© by Karen Lotter, www.tradepointdurban.org

Über das ökonomische Potential hinaus eröffnet Kunsthandwerk die Möglichkeit, das kulturelle Erbe zu gestalten, zu pflegen und zu entwickeln und hat damit positive „weiche“ Zusatzeffekte in der Gestalt von kultureller Identität und Selbstbehauptung und der Entwicklung von individuellen Fähigkeiten, die auf dem ersten Arbeitsmarkt wichtig sein können.

Ansätze der entwicklungspolitischen Förderung

Aus der aktuellen Situation - der Erkenntnis des großen Potentials des Kunsthandwerksektors und den bekannten Problemen der Produzenten - ergeben sich vielseitige Ansätze für die Entwicklungszusammenarbeit, die in beispielhaften Projekten Bestätigung finden.

Wissenstransfer:

Technische Zusammenarbeit:

Stärkung regionaler und internationaler Kooperation:

Marktzugänge und Abbau von Handelsbarrieren: