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Oumou Sy - Mode made in Africa

Diverse Veranstaltungen mit der senegalesischen Modedesignerin Oumou Sy, 2005

Afrika war immer eine wichtige Inspirationsquelle für europäische Künstler. Neben der Bildenden Kunst und der Musik galt und gilt dies auch für die europäische Modewelt, deren Top-Designer sich immer wieder aus dem vielfältigen Reservoir afrikanischer Farben und Muster bedient haben. Afrika ist aber nicht nur Ideenlieferant, dort hat sich längst eine eigenständige Modeszene entwickelt mit Entsprechungen und eigenen Formen in den großen "black communities" in London und Paris.

afrivan fashion by Oumou SyDeren Mode reflektiert einen urbanen, kosmopolitischen Lebensstil. Ihr Afrika hat nichts mit Ethno-Klischees und Stereotypen zu tun, die das Afrikabild im Westen noch immer prägen. Aus den Kulturen der Welt entwickeln sie eine faszinierende zeitgenössische afrikanische Ästhetik. Dabei schöpfen sie aus ihrer Imagination und dem unermesslichen Reichtum der Textiltraditionen ihres Kontinents. Ihr künstlerisches und technisches know-how setzen sie auch für die Bildung eigener Unternehmen ein, um sowohl den afrikanischen Markt mit Mode "made in africa" zu bedienen, als auch die internationalen Märkte zu "erobern".

Dass diese Entwicklung von der breiten Masse der Europäer bisher kaum zur Kenntnis genommen wurde, hat u.a. damit zu tun, dass diese Entwicklung von den Metropolen Afrikas ausgeht, die in der Berichterstattung kaum vorkommen, weil die Medien noch immer bevorzugt das dörfliche und krisengeschüttelte Afrika präsentieren.

Mit Oumou Sy aus dem Senegal hat die CulturCooperation im September 2005 erstmals eine afrikanische Top-Designerin in einer Einzelausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg präsentiert.

Portrait Oumou Sy

Oumou SyOumou Sy gehört heute zu den herausragenden Persönlichkeiten der afrikanischen Modewelt. Die Autodidaktin lebt und arbeitet in Dakar. Sie beherrscht verschiedene Techniken des Färbens, Webens und Stickens, benutzt Materialien aller Art – von Körben und Kalebassen bis hin zu Metall und Vinyl. Sie verbindet traditionelle afrikanische Muster, Stoffe und Formen mit westlichen Elementen und Motiven zu innovativen, z.T. ungemein eleganten oder witzig-ironischen Kreationen. Neben  Haute Couture und Prêt-à-porter entwirft sie auch Kostüme und hat eine einzigartige Kollektion afrikanischer Königsgewänder kreiert, die große Beachtung fand.

Ihre innovativen Kreationen finden große Resonanz in der internationalen Modewelt. Neben zahlreichen Modenschauen in afrikanischen Ländern präsentierte Oumou Sy ihre Kollektionen u.a. auf der Expo 2000, dem Markusplatz in Venedig, dem Millenium Dome in London, am Broadway in New York, im Louvre in Paris und auf der Altamoda in Rom. Popularität verschaffte sich Oumou Sy auch durch ihre Zusammenarbeit mit Künstlern der Musik-, Film- und Theaterszene. So trägt u.a. der bekannte senegalesische Sänger Youssou N'Dour ihre Mode.

fashion by Oumou SyViel Anerkennung hat sich Oumou Sy durch ihr Engagement für die Förderung junger Designer im Senegal erworben. Sie gründete eine eigene Modeschule, in der sie Designer und Mannequins ausbildet. Seit 1997 organisiert Oumou Sy die internationale Modewoche SIMOD - mittlerweile eine Institution, auf der sich einmal im Jahr Modeschöpfer und Designer aus aller Welt in Dakar zum Austausch von Ideen und der Präsentation ihrer neuesten Kollektionen treffen.
Für ihren herausragenden Beitrag und ihr Engagement beim Aufbau von lokalen, nationalen und internationalen Infrastrukturen für afrikanisches Modedesign wurde Oumou Sy mit dem "Prince Claus Award" ausgezeichnet. In Deutschland widmeten ihr das GEO Magazin, Brigitte und Arte zum Teil ausführliche Beiträge.

weitere Informationen

Das Programm in Hamburg im Rahmen des Projektes Culture&Development unter : www.culture-and-development.info/project/cultura.htm

Bericht bei 3SAT über Oumou Sy mit weiteren Bildern
http://www.3sat.de/tips/mode/83519/index.html