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Filmfest Southafrica

Vom 13. April bis zum 28. Mai 2010 veranstaltete die CulturCooperation e.V. in Zusammenarbeit mit Hamburg Fokus Südafrika ein großes Filmfest mit 15 Filmen, Gästen aus Südafrika und thematischen Podiumsdiskussionen im Metropolis Kino in Hamburg

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Zulu Love Letter (2004)Zum ersten Mal in der Geschichte der Fußballweltmeisterschaft ist ein afrikanisches Land Gastgeber dieses sportlichen Megaevents. Alle Augen richten sich auf das Land am Kap der Guten Hoffnung. Doch was bedeutet die WM für Südafrika? Was bewegt die südafrikanische Bevölkerung heute und wie geht sie mit den vielfältigen Herausforderungen der Zukunft um?

Da das Medium Film in besonderer Weise geeignet ist, Einblicke in die komplexe Entwicklung Südafrikas zu vermitteln, veranstaltet die CulturCooperation e.V. in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Hamburg Fokus Südafrika vom 13. April bis 28. Mai 2010 ein großes Filmfest. Gezeigt werden insgesamt 15 überwiegend neuere Produktionen – von politischen Dokumentarfilmen über Spielfilme bis hin zu literarischen Bestseller-Verfilmungen, die einen Eindruck von der großen kulturellen und ästhetischen Vielfalt der heutigen südafrikanischen Filmproduktion vermitteln.

Fools (1996)Seit dem Ende der Apartheid 1994 hat sich die südafrikanische Filmindustrie zum zweitgrößten Produzenten auf dem afrikanschen Kontinent entwickelt. Die wenigen Filme, die vor dem Ende der Apartheid produziert wurden, mussten entweder im Untergrund gedreht werden oder entsprachen der Ideologie der Apartheid. So blieb den meisten kritischen Regisseuren nur der Weg ins Exil. „Jetzt können wir für uns selbst sprechen. Es ist an der Zeit, dass wir unsere eigenen Geschichten erzählen“, so der Regisseur Zola Maseko. Spielfilme wie Fools (1996) von Ramadan Suleman oder Drum (2004) von Zola Maseko (ausgezeichnet auf dem Fespaco) wurden zu internationalen Erfolgen.

Tsotsi (2005)Südafrikanische Dokumentar- und Spielfilme, aber auch internationale Co-Produktionen thematisieren bis heute den Kampf gegen das Apartheidregime und dessen langanhaltenden Folgen. Bis vor wenigen Jahren galt Johannesburg als die Stadt mit der höchsten Kriminalitätsrate in der ganzen Welt – ein Thema, dem sich das Drama „Tsotsi“ (2005) annimmt, in dem sich ein jugendlicher Gangster in Johannesburg durchs Leben schlägt. Diese bewegende Studie des Townshiplebens – gedreht mit unbekannten schwarzen Darstellern und in Xhosa, einer der südafrikanischen Landessprachen – wurde als erster südafrikanischer Film überhaupt 2006 mit einem Oscar als bester ausländischer Film ausgezeichnet.

Where do I stand?Die Dokumentarfilmerin Molly Blank setzt sich in ihrem Film „Where do I stand?“ mit den rassistischen Übergriffen auf MigrantInnen und Flüchtlinge aus Zimbabwe im Mai 2008 auseinander und fragt junge SüdafrikanerInnen: „Is this your South Africa?“

Topaktuell ist der Film „When the mountain meets its shadow“ (2009) Er gibt einen tiefen Einblick in den Alltag derjenigen, die nicht in der Innenstadt Kapstadts, sondern auf der anderen Seite des Tafelberges in den endlosen Townships leben. Die Dokumentation erzählt u.a. die Geschichte von zwei jungen Männern, die dort täglich gegen Wasser- und Stromsperrungen kämpfen. Als die Stadtverwaltung jedoch eine komplette Armensiedlung wegen der WM 2010 räumen lassen will, sehen sie sich mit ihren eigenen unverarbeiteten Erlebnissen aus der Zeit der Apartheid konfrontiert.

Fools (1996)Die beiden Protagonisten des Films, Ashraf Cassiem und Mncedisi Twalo, und einige Regisseure und Drehbuchautoren, u.a. Ramadan Suleman, Molly Blank und Beatrice Möller, sowie ExpertInnen aus Deutschland werden anwesend sein, um mit dem Publikum zu diskutieren.

Fair Play (2010)Zum Schluss zeigen wir „Fair Play“ (2010) in Kooperation mit "Umdenken" Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e.V. Diese Dokumentation über den Boykott südafrikanischer Sportler während des Apartheidregimes zeigt, wie eng das Verhältnis von Sport und Politik sein kann. Damals ging es um die erfolgreiche Isolierung des Apartheidregimes, jetzt ist Südafrika Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft 2010.

Programm zum Download

pdf-logoDetaillierte Infos zu allen Filmen und Veranstaltungen finden Sie in unserem Filmfest Southafrica 2010 Programmheft (1Mb)